Cherzli 24: Frohe Weihnachten!

Heiligabend ist da!

Bis hierhin wurde jeder Beitrag von einem anderen Menschen gestaltet.
Für dieses letzte «Cherzli» tun wir uns zusammen und – aber… schauen Sie doch gleich selber!


Selfie-Videos: unsere grossartigen Mitwirkenden Ruth Baumann, Stephanie Nanzer, Lea Sahli, Felix Maurer, Joy Knecht, Mariette & Kurt Baumann, Brigitte Burkard, Esther Schelling & Claudia Simmen, Caroline Müri, Doris Peier, Brigitte Wandinger, Wädi Koch, Maya & Jörg Leuthold und Familie, Manuela Brachs, Franziska Gelzer, Nelly Stutz, Cindy & Reto Studer-Seiler

Klavier: Hyunah Rottenschweiler, Oberlunkhofen
Aufnahme: Fabian Bürgi, Arni

Vielen herzlichen Dank den lieben Menschen, die in den letzten Tagen und Wochen ein Türchen gestaltet haben, und vielen herzlichen Dank auch Ihnen allen: für Ihr Interesse an diesem besonderen Adventskalender.

Hebed Sie sich Sorg!

Reto Studer, Pfarrer reformierte Kirchgemeinde Kelleramt

Cherzli 23: Reich beschenkt

Hinter dem ersten Türchen (lang ist es her!) habe ich über die Entstehung des Adventskranzes geschrieben – und auch darüber, wie dieser zu Beginn noch aussah: ganze 24 Kerzen, die auf ein Wagenrad gesteckt waren. Tag für Tag wurde dann am Ort des Geschehens, dem Rauhen Haus in Hamburg, eine weitere Kerze angezündet, bis schliesslich – wenn sozusagen «der Kreis sich schloss» – die Kinderaugen am hellsten strahlten: Heiligabend ist da! Einen «brennenden Adventskalender» habe ich diesen Ur-Kranz von 1839 etwas salopp genannt.

Viele, viiiele Advente später strahlten dann «alle Jahre wieder» meine Kinderaugen… wegen einer anderen Art «brennenden Adventskalenders». In unserer Familie war es nämlich Tradition, dass meine Geschwister und ich sogenannte Adventskalender-Kerzen bekamen. Das sind Kerzen, die von oben nach unten mit den Zahlen 1 bis 24 versehen sind und die man dann Tag für Tag bis zur jeweils nächsten Markierung abbrennen lässt. Bei uns war das ein abendliches Ritual: 1 und 2 und 3 und 4…. Wenn die Flamme dann – endlich! –  bei der 24 ankam, so zeigte natürlich auch das an: Heiligabend ist da!

Diese Kerzen gibt es auch heute noch. Mittlerweile bin allerdings ich derjenige, der sie besorgt und in der Familie verteilt. Mein Exemplar wandert derzeit bei uns im «Chilehuus» zwischen den Büros hin und her: von mir zu meiner Frau, zur Sekretärin und wieder zurück.

Nun: Bei meiner Adventskalender-Kerze ist die Flamme bald höher als das verbliebene Stück Wachs. Im Rauhen Haus in Hamburg, wo auch im Jahr 181 nach dessen Entstehung ein Adventskranz «alter Fassung» steht, ist heute gerade noch eine einzige Kerze unangetastet. Und auch dieser unser Adventskalender nähert sich dem Ende… Morgen ist es soweit: Morgen ist meine Kerze ganz heruntergebrannt, morgen schliesst sich im Rauen Haus ein weiteres Mal ein Kreis – und morgen heisst es auch auf dieser Seite: Heiligabend ist da!

Ich freue mich, wenn wir Ihnen mit unseren Beiträgen das Warten auf Weihnachten ein bisschen verkürzt haben… und wenn wir damit Ihre Augen zum Strahlen bringen konnten. (Man darf übrigens – oder sollte man gar? – auch im Erwachsenenalter noch Kinderaugen haben!) Bei mir, liebe Leser*innen, hat es wunderbar geklappt! Ich bin begeistert von den Beiträgen, die mir zugeschickt wurden und die ich mit Ihnen teilen durfte. Und liebe Mitwirkende: Ich bin berührt von eurer Kreativität, eurem Herzblut, eurer Grosszügigkeit. Ihr habt uns alle reich beschenkt. Ich habe den Eindruck, Weihnachten habe dieses Jahr früh angefangen.

Wie hiess es früher? «Noch einmal schlafen!» Ja: Morgen erwartet uns bereits der letzte Beitrag, das letzte «Cherzli». Ich freue mich darauf. Und Sie, liebe Leser*innen – dürfen es auch.

Reto Studer, Pfarrer reformierte Kirchgemeinde Kelleramt

Cherzli 22: «Nach Möglichkeit bitte wenden!»

Drei Könige mit Gefolge folgten dem Stern.

59 67 47 / 19 99 06 – Der Kartenkundige fand mit den Koordinaten den Zielort. 

Bethlehem, Heiligkreuz, Engelberg, Sternenberg, Gottlieben. Werden diese Orte in der Weihnachtszeit vermehrt von Auswärtigen, dank Navi, besucht?

«Zu Bethlehem geboren…» versinkt in den Herzen der Besucher. Die Kirche ist gut besetzt. Der Pfarrer ist stolz auf seine Gemeinde. Der Chor auf der Empore jubelt. Die festlich geschmückte Weihnachtstanne steht aufrecht. Strohsterne wie üblich, weisse Kugeln heben sich vom Tannengrün ab. Sie erinnern an Löwenzahn. Weisse Kugeln streckten sich noch im November in die Höhe. Verspätet. Weiss vom Grau des Nebels verschluckt. Die verspäteten Sonnenstrahlen trockneten die Pusteblumen.

«Wo ist Bethlehem?» flüstert hörbar eine Stimme. Kerzenduft mischt sich mit dem Geruch der Tannenzweige. Mandarinen duften aus dem Korb beim Ausgang. Jemand schneuzt sich, ein Husten aus der hintersten Ecke verdrückt sich. «Wo ist Bethlehem?» lauter, dieselbe Stimme. Die ältere Hand legt sich beruhigend auf die zarte Schulter. Weihnachtliche Orgelklänge begleitet von Panflöten füllen die Kirche. Dunkel ist es. Die Leute sitzen in ihren Mänteln gehüllt auf den Holzbänken. Die Schatten flackern an den Wänden. Die Klänge verhallen. Winterschuhe bewegen sich schrittweise dem Ausgang zu. Die Kragen hochgeschlagen, die Hände in den Taschen, Lächeln im Gesicht, Nicken nach rechts, nach links, ein Wort da, dort, bewegen sie sich dem Ausgang zu. Die Kälte wartet. Der weisse Mond beleuchtet den Heimweg. Kugelrund.

«Wo ist nun Bethlehem?» Die Kleine fragt vor dem Stall. Dieser steht wie jedes Jahr unter dem grossen Weihnachtsbaum in der Dorfkirche. Traditionell wird die Weihnachtskrippe von geschickten Händen aufgebaut. Vor Jahren wurde sie von einigen jungen Leuten geschreinert, angemalt und zusammengebaut. Die Figuren gruppieren sich um die Futterkrippe mit dem Kind. Das Mädchen blickt mit grossen Augen hoch. Sein Kopf reicht bis zu ihrer Hüfte. Die blonden Haare sind hübsch frisiert. Ein glitzerndes Haarband ordnet. Seine Schuhe glänzen. Unter der Winterjacke lugt ein rotes Kleid hervor. Die Antwort lässt auf sich warten. Die Frau überlegt, Stirne gerunzelt. Das Christkind wurde in Bethlehem, weit weg, geboren. Das versteht es noch nicht. Ein Gast interessiert sich: «Wo bist du daheim?» – «In unserem Haus.» – «Wo ist das denn»? Es blickt erstaunt hoch: «Ja, dort wo ich wohne. Dort wo Mami und Papi und mein Bruder sind.» Ein Lächeln versteht. «Neben dem Dorfladen?» Es wird energisch: «Nein, weisst du das nicht? Dort wo ich daheim bin.» Alles klar! Deutlich kam die Antwort. Man könnte meinen, ungläubig, etwas ärgerlich. Es ist dort daheim, wo es wohnt. Es doppelt nach. – «Klar! Ich bin bei mir daheim!»

Im Frühsommer werden gelbe Kugeln über dem Sattgrün leuchten. Verwurzelt.

In Bethlehem bei Bern sind Menschen verschiedener Kulturen eingetragen. Hochhäuser strecken sich dem Himmel zu.

Nelly Stutz-Jakob, Unterlunkhofen

Cherzli 21: Von dem, was bleibt

  1. Ihr einer Weihnachtswunsch wird sicher erfüllt. Welcher wäre es?
  2. Würde dieser Wunsch anders lauten, wenn Sie ihn heimlich flüstern dürften?
  3. Welches war Ihr schönster Moment im ausklingenden Jahr 2020? 
  4. Welches war der darin bisher Schwierigste?
  5. Was haben Sie am meisten vermisst?
  6. Was hat Ihnen überhaupt gar nicht gefehlt?
  7. Von den Dingen oder Personen, die Ihnen nicht gefehlt haben in diesem Jahr – welche nehmen Sie wieder in Ihr Leben zurück, wenn es wieder möglich sein wird und welche werden Sie nicht mehr weiter begleiten?
  8. Wie geht es Ihnen heute?
  9. Wie würde es Ihnen gehen, wenn heute der 21. Dezember 2019 wäre?
  10. Wie fühlten sich die Tage vor Weihnachten als Kind für Sie an?
  11. Wie unterscheidet sich dieses Gefühl vom heutigen – unterscheidet es sich?
  12. Wenn Sie etwas Bestimmtes aus diesem Jahr noch einmal wiedererleben dürften, was wäre es?
  13. Würden Sie etwas anders machen beim Wiedererleben?
  14. Welche Masken haben Sie in diesem Jahr fallen lassen und welche nicht?
  15. Welche Masken haben andere getragen und haben Sie sie trotzdem wiedererkannt?
  16. Wer hat Sie in diesem Jahr besonders unerwartet schön überrascht? 
  17. Erinnern Sie sich an ein Weihnachtsgeschenk aus Ihrer Kindheit?
  18. Wie haben Sie dieses Jahr die Adventszeit erlebt? Und gefeiert?
  19. Haben (Advents-)Traditionen für Sie persönlich in Zeiten wie diesen eine noch grössere Bedeutung oder geschieht das Gegenteil?
  20. Haben Sie in diesem Jahr neben der Adventstradition auch andere Traditionen umdenken und überdenken müssen und wie ist es Ihnen dabei ergangen?
  21. Welche Bedeutung hat Weihnachten für Sie? Was hat sich im Laufe Ihres Lebens in Bezug auf diese Bedeutung verändert, was ist geblieben?
  22. Was haben Sie davon (bewusst oder unbewusst) weitergegeben und/oder selber übernommen? 
  23. Haben Sie sich die Art und Weise, wie Sie in diesem Jahr Weihnachten feiern, selber ausgesucht oder wurde sie Ihnen durch die Umstände vorgeschrieben?
  24. Wenn Sie sich die maximal zehn Personen selber aussuchen dürften, mit denen Sie Weihnachten dieses Jahr feiern können, welche wären es? Und warum?
  25. Geht es zahlenmässig auf mit der Anzahl Menschen, mit denen Sie Weihnachten normalerweise feiern? Und wenn nicht, wie schwierig wäre es, sich zu entscheiden?
  26. Wären dieses Personen dieselben, wenn Sie sich heute für einen gleichbleibenden Kreis für die nächste(n) Dekade(n) entscheiden müssten?
  27. Mit welchen Kriterien würden Sie diese Auswahl treffen?
  28. Wofür sind Sie in diesem Jahr besonders dankbar?
  29. Worauf sind Sie selber in diesem Jahr besonders stolz?
  30. Was ist Ihnen in diesem Jahr besonders gut gelungen und warum gerade jetzt?
  31. Was ist Ihnen in diesem Jahr leichter gefallen als zuvor?
  32. Welches ist Ihr liebstes Weihnachtslied und warum?
  33. Wieviel Trödel ist weggefallen, wieviel Klarheit ist sichtbar geworden?
  34. Was ist Ihnen wirklich, wirklich wichtig? 
  35. Wenn Sie am Weihnachtstag in fünf Jahren zurückblicken auf diese ausserordentliche Zeit – was ist bis dahin geblieben? 
    Was ist vergessen? 
    Und was bleibt?

Franziska Gelzer, Islisberg

Cherzli 20: «Zerrissenes» Weihnachten

Dieses Jahr wollte ich meinen Kindern zeigen, wie ich früher Weihnachten erlebt habe – mit meinen Eltern, meiner Oma und meinen Geschwistern. Mit einem wundervoll geschmückten Weihnachtsbaum, festlicher Musik, einem tolles Essen an der grossen Tafel, lautem Lachen und Getobe. Leider werden wir den Weg in meine knapp 800 Kilometer entfernte Heimat nun nicht antreten. Wir fühlen uns unsicher, eventuell zu erkranken oder, noch schlimmer, das Virus unerkannt an meine älteren Familienmitglieder weiterzugeben. Ich bin sehr traurig, meinen Kindern diesen Besuch und all das, was damit zusammenhängt, nicht ermöglichen zu können: die aufregenden Gefühle kurz vor der Bescherung, die Freude beim Auspacken der Geschenke, die Spiele und Unterhaltungen mit allen zusammen.

Es ist nicht so, dass ich mich einsam fühle. Seit wir vor gut drei Jahren zugezogen sind, habe ich hier viele Freunde gefunden. Ich habe bei der Spitex eine wundervolle, erfüllende Arbeit und grossartige KollegInnen. Ich mache pflegerische Einsätze bei pflege- und hilfsbedürftigen Menschen und habe somit trotz der Kontaktbeschränkung regelmässigen Menschenkontakt. Dabei bekomme ich Einblicke in Haushalte mit Familien, aber natürlich auch in die Haushalte alleinstehender Menschen.

Die Vorweihnachtszeit mit dem Virus als neuem «Begleiter» wird von meinen KlientInnen ganz unterschiedlich erlebt und verarbeitet. Nach zahlreichen Gesprächen über die bevorstehenden Feiertage kann ich aber doch sagen: Die KlientInnen haben sich allesamt mit der Situation gut arrangiert, und sie verstehen, dass man sich nicht mehr unkompliziert zu einem gemütlichen Beisammensein treffen kann. Das konnten sie ja auch schon im Frühjahr testen… Meine KlientInnen berichten mir oft auch, dass sie ihre Familien, ihre Kinder, ihre Enkelkinder an Weihnachten jetzt halt in Etappen sehen. Zum Teil sind sie sogar ganz froh, dass sich nicht alle gleichzeitig treffen. So können sie die Zeit mit ihren Liebsten intensiver geniessen, es sei z.B. weniger laut und dadurch auch nicht so anstrengend. Ich habe viele meiner KlientInnen gefragt, ob sie traurig seien, dass sie dieses Jahr ein spezielles, so noch nie dagewesenes Weihnachtsfest erwarte. Alle verneinten: «So ist es eben. Schlimmer wäre es doch, sich anzustecken!» Ich bin sehr dankbar für diese Rückmeldungen. Diese positiven Aussagen zu diesem «zerrissenen» Weihnachten machen auch mir Mut.

Ich werde das Weihnachtsfest also ohne meine Eltern, meine Oma und meine Geschwister feiern – aber trotzdem fröhlich: mit meinem lieben Mann und unseren zwei bezaubernden Kindern. Vermutlich werden wir Videotelefonie in die alte Heimat machen, um so doch ein kleines bisschen beinander sein zu können.

Ich wünsche Ihnen allen ein frohes Weihnachten und eine intensive Zeit miteinander.

Manuela Brachs, Spitex Kelleramt, Jonen

Cherzli 17: Weihnachten lässt sich zum Glück nicht verschieben

An der Kreisschule Kelleramt und an der Primarschule Jonen geniessen die Kinder und die Lehrpersonen die spezielle Atmosphäre während der Adventszeit. Die Oberstufenschüler und die Lehrpersonen haben sich problemlos an die Maskenpflicht gewöhnt und halten sich hervorragend an die Regeln.

Natürlich mussten wir schweren Herzens das Schülerfest oder das Weihnachtsessen absagen, aber die Flexibilität der Kinder und der Erwachsenen sind beeindruckend und der Geist der Advents- und Weihnachtszeit verleiht Flügel: Überall, in den Schulzimmern, in den Gängen und in den Büros, ist alles festlich geschmückt und brennende Kerzen in wundervollen Gestecken verbreiten ein wärmendes Licht.

Diese frohe Stimmung tragen wir als Schule auch hinaus ins Dorf, denn drei der 24 Joner Adventsfenster wurden von Schulklassen und ihren Lehrerinnen liebevoll gestaltet.

Damit wegen den Abstands- und Kontaktregeln der Zusammenhalt im Kollegium nicht zu stark leidet, beschenken wir uns als geheimnisvolle Wichtel gegenseitig und verbreiten so viel Freude und zaubern ein Strahlen auf zahlreiche Gesichter. 

Ein Krippenspiel darf in dieser Zeit natürlich auch nicht fehlen und so haben unsere 2.-Klässler mit grossem Engagement geübt und das beeindruckende Schauspiel unter Einhaltung der obligatorischen Schutzmassnahmen ihren Eltern und Geschwistern via Zoom-Live-Schaltung vorgeführt.

Während den Proben für das Krippenspiel kam ein Zweitklässler auf mich zu und sagte voller Freude: «Gäll Herr Koch, zom Glöck loht sech d’Wiehnacht vom Coronavirus ned lo vertriibe!»

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern gute Gesundheit, besinnliche Adventstage und schon bald frohe und beglückende Weihnachten.

Wädi Koch, Schulleiter Jonen

Cherzli 16: Das innere Licht entfachen

Seit Beginn der Corona-Krise Anfang Jahr habe ich gespürt, dass dieses neue Virus eine Botschaft in unsere Gesellschaften und in unsere Lebensweisen bringt. In kurzer Zeit wurden wir gezwungen, unsere nach aussen gerichteten Aktivitäten wie Sport, Restaurantbesuche, Kino, Theater, Familientreffen einfach aufzugeben und uns nach innen zu wenden, zu uns einzukehren. Ganz unerwartet ist eine Einladung oder sogar eine Aufforderung an uns herangetragen worden, still zu werden, den Geist zur Ruhe zu bringen, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Abseits der heftigen Diskussionen zwischen Politikern, Wissenschaftlern, Ärzten und Skeptikern ist es für mich als Yoga- und Meditationstrainerin auch nicht ausschlaggebend zu wissen, woher das Virus kommt und wer es in die Welt gesetzt haben könnte; nein, es ist da und es will mir etwas beibringen. In dieser langen Ruhephase der Absage an viele soziale Aktivitäten, Kurse und Reisen komme ich immer wieder in Kontakt mit mir selbst und habe noch mehr die Gelegenheit, mich tiefer zu erforschen und zu erfahren.

In diesen letzten Monaten konzentriere ich mich täglich auf meine Atemübungen und Meditationen; dabei wachsen mein Bewusstsein und meine Dankbarkeit für das grandiose Körper-Geist-System, das uns zur Verfügung steht, und ich komme immer mehr ins Staunen.

Vorerst erlauben mir intensive Atemübungen, meine Zellen und meine Organe zu reinigen,  mein Nervensystem zu beruhigen und mich von alten körperlichen aber auch psychischen Schmerzen zu befreien. Ich fühle mich dann leicht, energievoll und verjüngt! Die Konzentration auf den Atem steht ja in vielen Religionen im Zentrum, wobei als gemeinsamer Nenner immer wieder die Verbindung genannt wird, die der Atem zwischen Geist und Körper darstellt. Mit dem Atem – darin sind sich viele Mystiker einig – regulieren wir das Zusammenspiel der feinstofflichen mit den grobstofflichen Aspekten unseres Seins. Erst wenn wir solche Atemübungen über eine längere Zeit – über mehrere Wochen hinweg – täglich anwenden, begreifen wir, was damit gemeint ist.

Mit diesem beruhigten Geist ist es dann ein Leichtes, sich der stillen Meditation zu widmen, sich locker hinzusetzen und dem Universum um uns herum, aber auch in uns zu lauschen. Auch hier bringt die regelmässige Übung berührende Erfahrungen; im besten Fall können wir die zarten Verbindungen zwischen Makro- und Mikrokosmos immer besser wahrnehmen und uns als perfektes System erfassen, das in ein grosses Ganzes sorgsam eingebettet ist. In dieser Phase der Meditation können wir diese als Weg zum göttlichen Licht in uns erfahren.


Gerade jetzt, in den Adventstagen, in denen viele Menschen das Bedürfnis haben, ihre Häuser im Aussen wieder mit Licht zu erhellen, kann es genauso wertvoll sein, alles daran zu setzen, das innere Licht zu entfachen.

In diesem Sinn wünsche ich allen lichtvolle und glückliche Festtage!

Mariane Steffen, Oberlunkhofen

Cherzli 14: Eine richtige Gemeinschaft

An zwei Abenden pro Woche verteilt der Verein «Aufgetischt statt Weggeworfen» gratis Lebensmittel an armutsbetroffene Menschen, einmal in Oberlunkhofen und einmal in Bremgarten. Diese Lebensmittel werden von den Grossverteilern zur Verfügung gestellt. Es sind einwandfreie Lebensmittel, die von den Läden an diesem Tag nicht mehr verkauft werden können oder die sie nicht mehr verkaufen wollen.

Für diesen Adventskalender-Beitrag befragte ich die Bezüger, was es für sie bedeute, hier für den symbolischen Unkostenbetrag von 1 Franken Lebensmittel zu bekommen. Alle sagten, das sei eine grosse Entlastung für ihr Budget und sie seien sehr dankbar, dass es diese Abgabe gebe.

Eine gepflegte Schweizerin sagte mir, für sie sei es überlebenswichtig, denn ihre dreiköpfige Familie könne fast eine Woche von diesen Lebensmitteln leben. Einmal hatten wir – eher eine Ausnahme – viel Fleisch zum Verteilen.

Eine junge Frau rief spontan: «Oh, jetzt kann ich wieder einmal Fleisch essen!»  Ihr war die Vorfreude auf diese Fleischmahlzeit trotz Maske, am Gesicht bzw. an ihren strahlenden Augen deutlich abzulesen.

Eine Bezügerin erzählte mir, wie viel Überwindung es sie gekostet habe, auf der Gemeinde eine Bezugskarte zu beantragen. Sie hätte sich total minderwertig gefühlt, als sie zum ersten Mal zur Lebensmittelabgabe gekommen sei. Nun sei das ganz anders. «Wir sind eine richtige Gemeinschaft geworden. Wir sitzen alle im selben Boot und haben es gut zusammen.»

Sie lachen und schwatzen zusammen, wenn sie in der Kälte warten müssen, denn wegen Corona dürfen immer nur zwei Personen zusammen ins Lokal.

Wir behandeln die Bezüger mit Respekt und Würde. Für uns sind sie Lebensmittelretter. Denn ohne sie würden diese Lebensmittel fortgeworfen.

Diese Menschen sind unglaublich dankbar. Sie beschenken uns mit ihrer Freude und Dankbarkeit. Nicht nur die Bezügerinnen und Bezüger, sondern auch wir freiwilligen HelferInnen sind glücklich. Wir retten jede Woche etwa 200 Kilo Lebensmittel vor der Abfalltonne und helfen damit rund 100 armutsbetroffenen Personen.

Zufrieden und bepackt mit vielen Taschen verabschieden sie sich von uns und rufen «Danke, danke – und tschüss, bis nächste Woche!».

Diese Freiwilligenarbeit bereichert unser Leben. Es ist eine sehr sinnvolle und sinngebende Arbeit, die wir rund 35 HelferInnen zweimal pro Woche leisten. Auch wir haben unsere Sorgen und Ängste, und es ist nicht immer ein Trost, dass es anderen noch schlechter geht. Und trotzdem tut es gut. Ein Lächeln, ein Gespräch, sich zu einer Gemeinschaft gehörend fühlen. Es braucht so wenig, um andere und sich selber glücklich zu machen.

Weihnachten haben wir jede Woche.

Doris Peier, Regionalleiterin «Aufgetischt statt Weggeworfen» Kelleramt-Bremgarten, Oberlunkhofen

Cherzli 13: Advent, Advent, die Mama rennt…

(Eine Liebeserklärung an die Weihnachtszauberzeit)

Die Adventszeit ist für uns dieses Jahr sehr speziell – und dies ausnahmsweise mal nicht wegen dem weltberühmten Virus. Nein… Wir dürfen dieses Jahr zum ersten Mal mit drei Kindern in den Zauber der Weihnachtszeit eintauchen. Zudem ist es ein Jahr, in dem ich an Weihnachten definitiv nicht arbeite, da ich noch in verlängerter Mamazeit bin.

Jeweils zum 1. Advent zieht bei uns ein Wichtel ein. Unser Wichtel heisst Benno, treibt vielerlei Unfug, und die Kinder sind ihm jeweils beim Aufbau seines Häuschens behilflich. Wichtel kann man leider nie sehen, aber zum Glück schreiben sie Briefe. Benno hat seit kurzem eine Freundin: die Heidi. So, wie es aussieht, werden die beiden wohl bald heiraten und ein Baby bekommen. Damit nächstes Jahr dann auch alle drei Kinder ihren Wichtel haben… Diese Wichtel haben in den vergangenen Jahren sehr an Popularität gewonnen. Und wenn man die strahlenden Kinder sieht, die morgens im Pyjama zu den Häuschen ihrer Wichtel rennen, um zu schauen, was ihr Wichtel in der Nacht gemacht hat, dann weiss man auch wieso!

Die Kinderherzen höher schlagen lässt jeweils auch der Waldsamichlaus in Jonen. Wie jedes Jahr wird dieser vom Familienverein liebevoll organisiert. Selten sehen wir unsere zwei Grossen so still. Und selbst ich muss zugeben: So mitten im Kerzenschein im Wald am Abend macht dieser Samichlaus echt Eindruck. Für uns zaubert er immer ganz tolle Erinnerungen für das Lebensrucksäckchen unserer Kinder. Wir sind dankbar, hat der Samichlaus ein tolles Schutzkonzept ausgearbeitet und durften wir ihn auch dieses Jahr besuchen.

Heiligabend werden wir zu Hause feiern. Beziehungsweise auch «Teilzeit-draussen». Am Nachmittag gehen wir in den Wald und schmücken ein Bäumchen für die Waldtiere. Wie jedes Jahr wünsche ich mir dazu etwas Schnee… Dieses Waldweihnachten ist unsere Familientradition und verbindet unsere Liebe zur Natur mit der christlichen Tradition. Zu Hause haben wir ein kleines Bäumchen, welches die Kinder fürs Christkind schmücken. Meist will der Grosse dann ganz genau wissen, wie das damals alles war mit der Geburt von Jesus. So im Stall ohne Hebamme und Badewanne… Das Wunder der Geburt – das Wunder des Lebens!

Geschenke gibt es für jedes Kind jeweils eines. Dieses Jahr stehen bei uns die Waldorfpuppen hoch im Kurs. Die Kleinste bekommt ein Geburtskettchen. Wir Erwachsenen schenken einander achtsame Momente. Etwas, was auch unter dem Jahr immer wieder empfehlenswert ist.

Am Weihnachtstag werden wir unsere Familien sehen und dieses Jahr wohl auch draussen feiern. Das kommt uns aber sehr entgegen, da wir ganzjährig gerne draussen am Feuer sind und dies auch irgendwie einen ganz speziellen Weihnachtszauber mit sich bringt.

Neben den offiziellen Feiertagen gibt es bei uns im Dezember auch noch drei Geburtstage zu feiern, was diese Zeit natürlich etwas stressig werden lässt. Der Geburtstag der Mittleren wird ausgiebig zelebriert. Derjenige von Opa und meiner hingegen treten mehr und mehr in den Hintergrund, da wir ihnen zurzeit einfach weniger Bedeutung zusprechen. So verschieben sich die Prioritäten…

Der Dezember lässt mich seit klein auf eine wohlige Wärme spüren – voller Geborgenheit und Anmut. Dieses Eintauchen und Wahrnehmen von Wundern möchte ich unseren Kindern mit auf den Weg geben. Weihnachten im Herzen, nicht im Geschenkpapier unter dem Baum.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen Adventstage, die warme Erinnerungen zaubern. Dass Sie sich tragende Momente gönnen und mit allen Sinnen in den Genuss eintauchen. Dass Sie Erwartungen bedenkenlos ziehen lassen und herzensnahe Begegnungen erleben dürfen. Und dass Sie zwischendurch auch einfach mal ganz bei sich sein können.

Caroline Müri, Jonen

Cherzli 11: Wieso wir das machen

Wir stehen in der für mich schönsten Jahreszeit, der Adventszeit. Ich liebe es, unser Haus zu dekorieren und die Fenster mit Lichterketten zu schmücken, und ich liebe die langen, gemütlichen Abende. Dieses Jahr ist alles ein wenig anders. «Corona» begleitet unseren Alltag weiterhin mehr, als wir uns dies vorgestellt haben. Nach der ersten Welle kehrte im Sommer kurz wieder etwas Normalität ein. Das Thema rückte bei vielen etwas in den Hintergrund, wir genossen unbeschwertere Momente.

Auch im Spital, in welchem ich als Pflegefachfrau arbeite, wurde es bezüglich Corona etwas ruhiger. Trotzdem betreuen wir auf unserer Station seit Mitte Februar ununterbrochen Covid-19-Patienten. Die Isolationszone wurde im Sommer für kurze Zeit zurückgebaut, die Patienten in den gewohnten Isolationszimmern behandelt. Die Arbeit war bei deutlich weniger Corona-Patienten jedoch nicht weniger anstrengend. Bei Aussentemperaturen von über 30 Grad war die Arbeit unter den Schutzkleidern mit Mantel, Handschuhen, Maske und Schutzbrille nämlich um ein Vielfaches schweisstreibender.

Gegen Ende der Sommerferien nahmen die Fallzahlen zu, und damit auch die Hospitalisationen. Erneut wurden ganze Stationen zur Isolationszone umgestaltet. Hier konnten wir von unseren Erfahrungen aus der ersten Welle profitieren, die Zone war rasch mit allen notwendigen Materialien eingerichtet. Wir waren für die zweite Welle gerüstet, die dann doch schneller als erwartet in der Schweiz ankam.

Einiges routinierter als noch in der ersten Welle bewältigen wir unseren Arbeitsalltag. Das An- und Ausziehen unserer Schutzkleider geht speditiver. Die Abläufe sind bekannt, sie sitzen. Im Vergleich zum Frühling, als wir vor allem ältere Menschen betreuten, behandeln wir derzeit auch deutlich jüngere Patientinnen und Patienten. Weiterhin gibt es Situationen, die mir nahegehen. Ich denke etwa an Patienten, die von heftigen Hustenanfällen geschüttelt werden und würgen und nach Luft schnappen, denke an Augen, die dabei verzweifelt aussehen. Nach kurzer Zeit lässt der Husten nach, die Patienten sind erschöpft. 

Die Arbeit ist und bleibt anstrengend. Sie bringt uns an unsere Grenzen, physisch und psychisch. Pro Schicht ziehen wir uns bis zu sechsmal um, von Kopf bis Fuss. Immer wieder gibt es natürlich auch Todesfälle. Angehörige dürfen nur ausnahmsweise zu Besuch kommen – dann nämlich, wenn der Zustand eines Patienten sich massiv verschlechtert. Sie müssen dann die komplette Schutzausrüstung tragen. Wenn ihre Liebste, ihr Liebster verstorben ist und der sogenannte «Body-Bag» einmal geschlossen ist, darf dieser nicht mehr geöffnet werden. Das ist die bittere Realität.

Im Privaten erlebe ich die traurigen Gesichter meiner Kinder, weil sowohl der Räbeliechtli-Umzug als auch das Kerzenziehen, der Samichlaus und Theaterbesuche abgesagt werden. Die Feiern in der Weihnachtszeit sind derzeit unsicher. Der Bewegungsradius ist wieder deutlich eingeschränkt, und viele fragen sich: Ist das wirklich alles nötig? Ist Covid wirklich so schlimm? Darauf kann ich nur antworten: Ja, es ist schlimm. Und ja, das ist alles nötig – um die Spitäler zu entlasten, und um das Personal zu entlasten, das seit Pandemiebeginn 7 Tage die Woche, 24 Stunden am Tag alles gibt, damit alle Personen gepflegt werden können, die aus irgendeinem Grund eine Hospitalisation nötig haben.

Ich kann durchaus verstehen, wenn das für viele unverständlich ist und wenn viele deshalb über eine gewisse «Corona-Müdigkeit» berichten. Auch ich bin ja traurig, dass der diesjährige Advent weniger leuchtet und dass wir keinen Weihnachtsmarkt besuchen können, dass die geselligen Weihnachtsessen ausfallen. Trotzdem glaube ich, dass es der Gesellschaft auch gut tut, wenn ein gewisser Überkonsum reduziert wird und wir uns wieder mehr an den kleinen Dingen im Leben erfreuen können. Bei mir sind dies die strahlenden Augen meiner Kinder, wenn sie am Morgen ein weiters Törli ihrer Adventskalender öffnen dürfen – und auch die viele Zeit, um ausgiebig Geschichten zu erzählen, Weihnachtsgeschenke zu basteln und miteinander Guetzli zu backen. Das geniesse ich dieses Jahr besonders.

Von Herzen wünsche ich Ihnen allen eine wunderbare und gesunde Adventszeit. 

Daniela Heggli, Oberlunkhofen

Cherzli 10: «Anders» schön

Ich, Maus Theo, wohne bei Bühlers: Vater Max, Mutter Nicole, Tochter Anna (9) und Nora (7), im Wohnzimmer unter dem Sofa in meinem, von mir eingefressenen Höhlenloch.

Covid-19 hielt leider Einzug – «Lockdown» folgte – Vater Max wurde auf Kurzarbeit gesetzt – Mutter Nicole verlor ihren Teilzeitjob als Kleiderverkäuferin – die Kinder wurden im Homeschooling unterrichtet – und «bleibt schön zu Hause!», hiess es.

Manchmal hing der Hausfrieden schon schief, da in der kleinen 4-Zimmer-Wohnung wenig Platz vorhanden war und streng nach Budget gelebt werden musste. Ich, Maus Teo, hatte in Form von Brosamen stets Futter, jedoch wenig Ruhe für Zwischenschlaf!

Der Sommer zog ins Land und die Zahl der Infektionen nahm etwas ab. Bühlers konnten sich diesen Sommer nicht leisten, ans Meer zu fahren. Erstmals mietete die Familie eine Wohnung in den Bergen, verzichtete aufs Auswärtsessen, hatten keinen TV zur Verfügung. Diese «andere» Art von Ferien liess die Familie jedoch neue Qualitäten entdecken:

Zusammen einen Berg erwandern, die Aussicht geniessen, danach hungrig in den Landjäger beissen und abends anstelle fernzusehen zu viert Gesellschaftsspiele machen… eigentlich schön – «anders» schön! Ich, Teo, kann davon nur berichten, da ich mich beim Packen in den Wollsocken von Anna versteckt hatte! Wieder zu Hause, fanden Bühlers, sie könnten auch später einmal wieder Wanderferien buchen!

Der Oktober und der November zogen ins Land, und die Kinder jubelten schon bald, dass sie sich auf Weihnachten freuen, startend im Advent mit den verschiedenen  Adventskalendern. Mutter Nicole meinte bedauernd, dass auf der Winde die Kordel mit den 25 Stoffsäckchen liege, das Geld aber knapp sei und es dieses Jahr deshalb weder für den Schöggeli- und noch für den Geschenkkalender reiche – nicht mal in einfacher Version!

Anna und Nora, die Kinder, waren arg enttäuscht und fanden, dieses Jahr müsse wegen dieser unmöglichen Pandemie auf alles Schöne verzichtet werden!

Die beiden Mädchen berieten sich, ob sie vielleicht den Säckli-Kalender doch einsetzen könnten mit Gutscheinen, die Zeit und kein Geld kosten? Ideen wurden aufgeschrieben, auf dass jedes Familienmitglied sechsmal im Dezember zu einer Freude käme. Als Beispiele etwa: Anna bügelt Mami zwölf Wäschestücke – Nora bündelt anstelle von Papi die Zeitungen; Mami verabreicht Papi eine Rückenmassage; Papi kocht für die ganze Familie das Nachtessen, etc. Die Eltern fanden die Idee der Mädchen echt gut, und der Adventskalender wurde in Papierröllchen mit den guten Ideen versehen.

Die Adventszeit begann, und täglich wurde eine Familienmitglied durch eine Gefälligkeit erfreut. Das wirkte sich sehr positiv auf das Familienleben aus. Als Hausmaus stelle ich fest, dass ich Familie Bühler während der Adventszeit noch nie so zufrieden erlebt habe. Einander Zeit schenken, verbunden mit einer Gefälligkeit… da ist etwa dran!

…und dennoch würden wir Mäuse uns für die Menschen freuen, wenn dieses Virus von der Erdkugel verschwinden würde…

Für Maus Theo aufgeschrieben:
Brigitte Burkard, Oberlunkhofen

Cherzli 9: Der Tag, an dem das Christkind kommt

«Weihnachten» – ist das nicht die Zeit der Erinnerungen und Traditionen, die Zeit der Vorbereitungen, der Vorfreude, der Geheimnisse und Gefühle? Die Zeit der Erinnerungen an die Jugend oder an Gegebenheiten, die sich durch die eigenen Kinder entwickelten und zur Tradition wurden? Vielleicht gehört auch eine Prise Melancholie dazu, freudiges Erwarten, geheime Wünsche – und dann ist er da: der Tag, an dem das Christkind kommt!

Nur, wie konnten wir das unseren kleinen Buben – damals waren sie ca. 3- und 5-jährig – vermitteln? Naturverbunden, packte ich die Kinder warm ein und ging mit Brot und Wurst bewaffnet in den nahen Wald zu «unserer» Feuerstelle. Wir suchten Feuerholz, und schon bald loderte ein wärmendes Cervelat-Feuer. An den langen, möglichst grünen Hasel-Stecken «brätelte» schon bald die mit eingeschnittenen Kerben versehene Wurst auf der heissen Glut. So verbrachten wir die Zeit in stiller Erwartung, derweil das Christkind (meine Frau) den Baum schmückte und die Geschenke unter den Baum legte. Riesig war das Staunen der Kinder, als nach dem Kleiderwechsel und Händewaschen wir alle die Wohnstube betraten und wirklich das Christkind da gewesen war. Unvergesslich das Leuchten der Kinderaugen!

So hielten wir es manche Jahre, und die Vorfreude der Jungs auf das Feuer und auf die Wurst war jedes Mal gross. Später, als das Christkind nicht mehr die gleiche Bedeutung für die heranwachsenden Kinder hatte, begleitete uns die Mutter ebenfalls zum Bräteln, da der Baum nun vorgängig gemeinsam geschmückt wurde. Aus den Kindern wurden Teenager, dann Lehrlinge, die Tradition behielten wir bei, ja: sie wurde noch «ausgebaut», indem nun noch in unserem alten Pfadikessel Glühwein zubereitet wurde. Manchmal war es bitterkalt, manchmal fast frühlingshaft warm, und am schönsten war es, wenn es sachte schneite. Noch später flogen die Kinder aus, hatten ihre eigene Wohnung oder waren im Ausland, und wir «Alten» hin und wieder alleine an Weihnachten. Trotzdem hielten wir an der Tradition fest – und siehe da: Plötzlich wurde die Runde grösser, die Freundinnen der Boys wurden ins Ritual miteinbezogen und «mussten» auch mit. Jedes Jahr war anders, jedes Jahr war besonders, und immer waren alle zufrieden, auch wenn wir mit dreckigen Schuhen und «geräuchert» heimkehrten. Und immer haben wir anschliessend an der Wärme zusammen ein friedliches Weihnachtsfest gefeiert.

Mittlerweile ist der Ältere längstens verheiratet und hat selbst eine Familie. Und was uns ganz besonders freut, ist die Tatsache, dass sich die Tradition auch in seiner Familie fortsetzte: Unser «Drei-Generationen-Würstebraten» im Wald geht weiter bis heute. Nun steht Weihnachten wieder vor der Tür. Ein ganz besonderes Jahr neigt sich dem Ende zu. Wenn immer möglich, werden wir mit Sohn, Schwiegertochter und den Enkeln – die mittlerweile selbst im Teenager-Alter sind – in den Wald gehen, unsere Würste bräteln und Glühwein trinken. Ob wir anschliessend auch zusammen zu Hause feiern werden, steht in den Sternen. Aber eines ist sicher: Draussen findet unsere gemeinsame Feier bei jedem Wetter statt!

Kurt Baumann, Oberlunkhofen

Cherzli 8: Corona im Tanzsaal

Mitte September bin ich nach Spanien gezogen, um dort den Studiengang «Musical Theatre» am Institute of Arts Barcelona (IAB) zu studieren. Die Universität liegt in Sitges, einem kleinen, wunderschönen Städtchen am Meer, südlich von Barcelona.

Lange war ungewiss gewesen, ob die Universität das neue Studienjahr überhaupt starten darf, und ich befürchtete schon, dass ich mir einen Plan B ausdenken muss. Doch der Tag der Abreise rückte näher, die Schule blieb offen und mein Flug wurde nicht gestrichen. Ich war froh, dass die Einreise so reibungslos verlief, denn einige meiner Studienkollegen, die aus der ganzen Welt eingeflogen sind, mussten sich mehreren Hürden stellen.

Erst als ich in Spanien ankam, wurde mir bewusst, wie wenige Restriktionen wir Schweizer erdulden müssen. In Spanien wurde bereits im August die Maskenpflicht für alle öffentlichen Gebiete eingeführt. Diese Vorgaben gelten nicht nur für das Einkaufen, nein, auch draussen an der frischen Luft darf man sich nur geschützt mit Maske bewegen. Daran musste ich mich zuerst gewöhnen.

Die Restriktionen beeinflussen auch meinen Stundenplan, die Schule und die Lektionen negativ. Gleich zu Beginn wurde meine Klasse in kleinere Gruppen eingeteilt, mehrere Kurse wurden ganz gestrichen. Die einzelnen Module wurden unregelmässig über den ganzen Tag verteilt und alle Theorielektionen über Zoom angeboten, und wir müssen immer Maske tragen – auch beim Tanzen. Dies war und bleibt die grösste Herausforderung. Mein Studium beruht ja zum grossen Teil auf Bewegung und Körperarbeit, ich habe jeden Tag 3 bis 5 Stunden Tanz und Body-Conditioning. Da wird der Sauerstoff manchmal schon ein bisschen knapp. Ich komme am Abend öfters mit leichten Kopfschmerzen und Schwindel nach Hause, einzelne Tänzer wurden sogar ohnmächtig während des Unterrichts. Die Schule kann jedoch nichts dagegen unternehmen, denn der Staat schreibt die Maskenpflicht zwingend vor. Sollten wir die Regeln nicht einhalten, müsste die ganze Universität schliessen.

Das Maskentragen hat neben all den Unannehmlichkeiten auch eine positive Seite. Ich nehme wahr, wie mein Körper von Woche zu Woche stärker wird. Das Maskentragen trainiert meine Lungen und somit meine Ausdauer, und das Joggen an der frischen Luft ist kaum mehr anstrengend.

Leider leidet meine Stimme unter den neuen Corona-Vorgaben. Damit die Luft in den Studios immer frisch bleibt und zirkuliert, müssen die Klimaanlagen fortwährend eingeschaltet sein – egal wie kühl es draussen ist. Das Singen wird dadurch wesentlich erschwert, und viele Studentinnen und Studenten sind bereits während der ersten Wochen heiser geworden oder erlitten leichte Erkältungen. Studenten mit leichten Erkältungssymptomen dürfen aber nicht an den Lektionen teilnehmen und müssen unmittelbar einen Corona-Test beantragen. Dies führte einige Male zu Komplikationen. Sich darüber zu ärgern lohnt sich aber nicht, es ergeht ja allen gleich. Wir alle haben ein gemeinsames Ziel: Wir möchten unbedingt, dass die Schule geöffnet bleibt! Für diese Ziel nehmen wir alles in Kauf.

Im Oktober wurden die Restriktionen noch einmal verschärft: Alle Restaurants, Läden und Bars mussten schliessen, nicht mehr als 6 Personen dürfen zusammen sein, und es wurde eine Ausgangssperre nach 10 Uhr abends eingeführt. Zudem dürfen wir die Stadt bis auf Weiteres nicht mehr verlassen. Also kein Shopping in Barcelona. Das war dann der Moment, bei dem das Heimweh richtig eingesetzt hat. Zuvor war immer etwas los, ich wurde mit Tanzpartys oder Stranddinners abgelenkt, doch plötzlich waren wir am Wochenende am Abend allein zu Hause.

Ursprünglich hatte ich geplant, an den Wochenenden ab und zur nach Hause zu fliegen. Das Coronavirus machte mir jedoch einen gewaltigen Strich durch die Rechnung, denn die Einreise in die Schweiz würde für mich 10 Tage Quarantäne bedeuten. Da ich einen Freund in der Schweiz habe, fällt mir diese Einschränkung am allerschwersten. Ich fühle mich in der Situation gefangen. 

Mitte November gab die Schule bekannt, dass die einheimische Bevölkerung nicht zufrieden sei mit uns Studierenden. Sie beschuldigten uns junge, ausländische Studenten, dass wir für die Verbreitung des Virus verantwortlich seien, und forderten, dass die Universität schliessen müsse. Obwohl in Katalonien alle Universitäten geschlossen wurden, erhielt IAB von der Regierung eine Spezialbewilligung, offen zu bleiben, da die Schule im Vergleich eher wenige Studierende hat und diese aus der ganzen Welt kommen und deswegen kaum Bekanntschaften und Kontakte ausserhalb der Schule haben.

Trotzdem spüren wir das Misstrauen der Bevölkerung. Die Polizei zirkuliert deshalb ständig um die Schule und kontrolliert die Einhaltung der Regeln. Dies sorgt für Unruhe und Unsicherheit. Ebenso wurde der Universität nun gedroht, dass die Schule schliessen müsse, sobald sie auch nur einen einzigen Corona-Fall hat. Dies setzt nun alle Beteiligten enorm unter Druck. Sobald eine Person hustet oder sich unwohl fühlt, erntet sie bestürzte und skeptische Blicke. Auch ich fühlte mich an einem Tag leicht kränklich, und sofort machte sich Panik in mir breit. Was ist, wenn ich diejenige bin, die das Virus trägt? Was ist, wenn gerade ich verantwortlich für die Schliessung wäre? Wie würden die anderen reagieren?

Trotz allem ist die Unterstützung hier an der Schule wunderbar. Ich fühle mich sicher und umsorgt. Das Lehrerteam ist in dieser Situation sehr unterstützend und einfühlsam.

Ich habe schon unglaublich viel gelernt und bin sehr dankbar, dass ich an dieser Schule studieren darf. Auch wenn mich das Studium mental und körperlich sehr anstrengt, ist das Arbeitsklima sehr angenehm. Meine Mitstudierenden sind toll, und es besteht zum Glück kein ausgeprägter Konkurrenzkampf, wie ich es befürchtet und auch von anderen Musical-Schulen vernommen habe. Das liegt vor allem daran, dass die Studierenden aus unterschiedlichen Verhältnissen und Ländern kommen. Wir haben die verschiedensten Typen, deren Ziel nach der Ausbildung bei allen an einem anderen Ort auf der Welt liegt.

Diese kulturelle Diversität bietet mir einen Einblick in unterschiedlichste Länder. Ich habe Mitschülerinnen und Mitschüler aus Brasilien, Kolumbien, Mexiko, Amerika, Schweden, Grossbritannien, Irland, Dominikanische Republik, Island, Frankreich, Niederlande, Slowenien, China, Polen und Portugal. Durch diese neuen Bekanntschaften lerne ich neue Sprachen, Lebenseinstellungen, Denkweisen und Bräuche kennen und darf sogar verschiedene Gerichte aus der ganzen Welt ausprobieren. Auch erfahre ich aus erster Hand, wie die Corona-Situation in anderen Ländern aussieht, und mir wird täglich bewusst, wie gut es uns in der Schweiz in dieser schwierigen Zeit geht.

Das Jahr 2020, und vor allem meine bisherige Zeit in Spanien, hat mich gelehrt, dankbarer zu sein. Ich lernte, kleine Dinge zu schätzen, und freue mich nur schon auf eine gemütliche Kaffeerunde in der eigenen Wohnung. Meinen Ausgleich zur Schule finde ich am Meer. Fast jeden Tag fahre ich entweder vor oder nach der Schule mit dem Fahrrad an den Strand, um Yoga zu praktizieren. Dies gibt mir die Gelegenheit, meine Balance wieder zu finden und meine Gedanken zu richten.

Ich schätze mich glücklich, dass ich über Weihnachten in die Schweiz fliegen kann – heim zu meiner Familie und zu meinem geliebten Freund. Ich freue mich unendlich fest darauf! Weihnachten hat deshalb dieses Jahr noch mehr Bedeutung für mich als zuvor. Dieses Jahr ist Weihnachten ein Wiedersehen und Zusammensein, und es wird ein Fest der Liebe und Geborgenheit. Ich werde dieses Jahr meine Liebsten noch mehr schätzen und werde noch dankbarer sein.

Joy Knecht, Sitges (Spanien)/Unterlunkhofen

Cherzli 7: Besonderes im Alltag

Können wir in der Hektik des Alltags ein besonderes Ereignis wahrzunehmen? Um eine Antwort auf diese Frage zu erhalten, führte die Zeitung «Washington Post» ein Experiment durch:

In einer U-Bahn-Station in Washington DC spielte ein Geiger. Er war gekleidet wie ein Strassenmusiker. Er spielte Stücke von Johann Sebastian Bach, Franz Schubert und anderen Komponisten. Hunderte von Menschen liefen an ihm vorbei. Einige wenige blieben kurz stehen, schauten zum Musiker. Aber die meisten Menschen hasteten vorbei, und es ist unklar, ob sie von der Musik des Geigenspielers etwas wahrgenommen haben.

Ein jüngeres Kind kam vorsichtig näher und schien zu lauschen. Die Mutter zog das Kind schon kurze Zeit wieder weg. Einige wenige Leute warfen im Vorbeigehen einen Geldbetrag in den Geigenkasten. Nach einer Stunde beendete der Musiker sein Spielen. Es gab keine Anerkennung und keinen Applaus. In seinem Geigenkasten lagen 32 Dollar.

Was die Leute nicht wussten: Der vermeintliche Strassenmusiker, der in der U-Bahn-Station die Hektik des Alltags mit wunderbaren Klängen zu verzaubern versuchte, war einer der jungen Stars unter den Geigenspielern – Joshua Bell. Er spielte auf seiner Stradivari-Geige Stücke, die er kurz zuvor in der ausverkauften Bostoner Symphony Hall gespielt hatte.

Bei seinem Auftritt dort war ihm die Aufmerksamkeit der anwesenden Konzertbesucher gewiss, und er erhielt auch die entsprechende Anerkennung und den Applaus für seine Leistung.

Doch zurück zur eingangs gestellten Frage. Hätten Sie in der U-Bahn-Station den Klängen des Geigenspielers gelauscht? Das Experiment macht deutlich, dass besondere Ereignisse einen angemessenen Rahmen benötigen.

Ich wünsche Ihnen und mir, dass wir uns in der Hektik der Vorweihnachtszeit auch Momente der Ruhe gönnen, um über die Bedeutung nachzudenken, die Weihnachten für uns hat. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit.

Felix Maurer, Oberlunkhofen

Cherzli 5: Die Stresskurve flach halten

Während der ersten Welle der Corona-Pandemie haben wir erfolgreich «flatten the curve» praktiziert, um unser Gesundheitssystem zu schützen. Während dieser zweiten Welle und in der Vorweihnachtszeit praktiziere ich nun zusätzlich noch «flatten the stress curve» – die Stresskurve flach halten.

Die Pandemie-Situation führt uns als soziale Wesen in ein Dilemma: Einerseits sind wir von unserem Nervensystem daraufhin programmiert, mit anderen Menschen in Verbindung zu sein, um Sicherheit zu erfahren. Andererseits müssen wir gegenwärtig engen Kontakt mit anderen Menschen vermeiden, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Dieses Dilemma aktiviert auf neurobiologischer Ebene zwangsläufig unsere Stressreaktion. Im Moment können wir gut beobachten, wie wir als Kollektiv im Kampf-Flucht-Modus unterwegs sind und wie – bewusst oder unbewusst – unsere Wahrnehmung durch Angst dominiert wird. Unsere Wahrnehmung, unser Erleben und unser Handeln werden durch die Stressreaktion automatisch eingeengt, und wir versuchen, die Angst vor der unfassbaren Bedrohung mit fassbaren Meinungen oder mit Feindbildern zu reduzieren. Polarisierungen passieren und trennen.

Die Atmung ist ein untrüglicher Indikator für unseren inneren Zustand. Sobald die Atmung beschleunigt und flach wird, verstärkt sich auch die Aktivität des Herzens, und die Stressreaktion setzt durch die Aktivierung des autonomen Nervensystems ein. Gleichzeitig wird die Aktivität des sozialen Systems herabgesetzt. Wir werden zunehmend gereizt und fixieren uns auf Meinungen und Ansichten. Im Extremfall erstarren wir ganz und werden handlungsunfähig.

Der Atem ist denn auch der Ansatzpunkt, um unser autonomes Nervensystem in diesen herausfordernden Zeiten zu beruhigen und die Stresskurve flach zu halten.  
 
Eine der wichtigsten Übungen hierzu ist die Bauchatmung. Man kann sie im Liegen, Sitzen oder Stehen durchführen. Legen Sie Ihre Hände auf den Bauch. Stellen Sie sich vor, dass Ihre Hände und der Bauch Freunde sind, die zueinander wollen. Atmen Sie ein und zählen Sie dabei auf vier. Atmen Sie aus und zählen Sie dabei auf sechs. Ziel ist, dass die Ausatmung länger ist als die Einatmung. Nehmen Sie wahr, wie sich Ihre Bauchdecke beim Einatmen hebt und beim Ausatmen wieder senkt. Meist klappt es nicht gleich zu Beginn, dass die Atmung im Bauchraum spürbar ist. Bleiben Sie dran und versuchen sie es immer mal wieder. Diese einfache Übung führt unmittelbar zu einer Abflachung der Stresskurve, weil unser autonomes Nervensystem durch die Verlangsamung des Ausatmens automatisch von einer sympathikotonen Aktivierung (Stress) in den parasymatischen Modus (Beruhigung) gelenkt wird. Seien Sie neugierig und probieren Sie es selbst aus.

Mit einem beruhigten autonomen Nervensystem sind wir viel angenehmere Zeitgenossen und verfügen über die notwendigen Kapazitäten, um unseren Mitmenschen mit viel Toleranz und Verständnis zu begegnen, was mir in dieser Zeit sehr wichtig scheint.

Zum Abschluss noch eine kurze Anekdote, welche ich kürzlich in einem Magazin gelesen habe:

Ein buddhistischer Mönch meditiert unter einem Baum. Da kommt die Pest vorbei und er fragt sie: «Wohin des Wegs?» Die Pest antwortet: «Ich gehe in die Stadt, um tausend Menschen zu töten.» Nach einer Zeit trifft sie auf dem Rückweg wieder den Mönch unter dem Baum. Er fragt die Pest: «Du hast gesagt, du würdest tausend töten – man berichtete mir aber, dass zehntausende Menschen gestorben sind.» Die Pest entgegnete dem Mönch: «Ich habe tausend getötet. Die anderen tötete die Angst.» (Psychoscope 6/2020).

In diesem Sinne: Halten Sie die Stresskurve flach in diesem Advent.

Stephanie Nanzer, eidg. anerkannte Psychotherapeutin, Arni