Unser erster Blog

Wir hätten uns nie vorstellen können, was wir in diesen Wochen alles erleben. Dazu gehört auch, dass wir unseren allerersten Blog schreiben! Wo beginnt man da und was will man alles in die zur Verfügung stehenden Zeilen schreiben?

Beginnen wir mit all den Fragen, welche wir in letzter Zeit am meisten gehört haben: Wie geht es euch, seid ihr gesund, was macht ihr in dieser Zeit, seid ihr einsam, fällt euch die Decke auf den Kopf? Braucht ihr etwas? Nachbarn bieten Hilfe beim Einkaufen an. Was ist da geschehen, uns geht es doch gut, was soll das, bis jetzt war es doch umgekehrt, da haben wir für andere eingekauft. Das Leben spielt verrückt, tausend Fragen und keine Antworten, ein Virus namens Corona stellt momentan gerade die ganze Welt auf den Kopf und wir mittendrin in der sogenannte Risikogruppe, bleibt zuhause, wascht eure Hände tragt Sorge, usw. Wie soll man das in diesem Tempo überhaupt verarbeiten?

Gerade noch (die ersten fünf Märztage) waren wir auf einer kurzen Kulturreise in Deutschland, immer viele Menschen beieinander; bereits ein leises schlechtes Gewissen vor der Abreise, hätten wir das überhaupt noch tun sollen? Am Flughafen steht bereits Desinfektionsmittel bereit, aber sonst das übliche Menschengedränge, die Sicherheitskontrolle, alles wie gehabt. In Berlin und Hamburg merkt man nichts. Doch kaum wieder zuhause geht es Schlag auf Schlag. Unser Sohn will keinen gemeinsamen Erzähl-Apéro, passt auf euch auf, wir sehen uns in 14 Tagen wieder. Zuerst wirkte das etwas befremdend auf uns, aber er hatte Recht.

Und nur etwa 10 Tage später rief der Bundesrat «eine ausserordentliche Lage in der Schweiz» aus. Das ganz gewöhnliche Leben gibt es nicht mehr.

Mittlerweile sind wieder 14 Tage vergangen. Das Leben geht weiter, anders, komisch, surreal, gespenstisch still, und doch – wir haben keinen Grund zu jammern. Uns geht es gut, wir dürfen zwar nicht mehr alles, aber im Vergleich zu all den Familien, Arbeitnehmenden, selbständig Erwerbenden, die sich nun mit unendlich vielen Problemen und schwierigen Situationen des Alltags herumschlagen müssen, sind wir ja geradezu privilegiert. Mein Mann wird sich als Damenfrisör versuchen müssen. Und wir kochen, lesen, turnen sogar (wieder disziplinierter), wandern in der Natur, und heute haben wir die Autopneus wechseln lassen. Den Garagisten haben wir nicht gesehen, es lag ein Zettel im Auto: Keine Angst, Sie dürfen das Steuerrad berühren, es ist desinfiziert. Ein Wahnsinn, nicht?

Gerade mal gut vier Jahre wohnen wir nun in Oberlunkhofen, aber wir spüren sehr intensiv, wie gut vernetzt wir hier sind, wie viele Menschen wir bereits kennen, von wie vielen wir ermutigende, positive Nachrichten erhalten und wie vieles wir zudem auch irgendwie für andere erledigen dürfen. Das tut gut und gibt uns auch Mut – für die nähere und fernere Zukunft, und diesen Mut wünschen wir euch allen.

Mariette & Kurt Baumann, Oberlunkhofen

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