Frühlingserwachen mal anders…

Der Frühling ist so oder so eine eigene wunderschöne Zeit. Ich freue mich auf die wärmeren Temperaturen, auf die länger werdenden Tage, auf das Blühen der Bäume, Sträucher und Blumen und so vieles mehr… alles erwacht. 

Weder die Natur noch wir hatten die so wichtige Winterpause – aber wir haben etwas unerwartet Unbekanntes: die Teil-Isolation. Ob es uns gefällt oder nicht, es ist einfach so. 

Dies macht das Arbeiten auf den Baustellen schwieriger, aber nicht unmöglich. Die Selbstkompetenz und Verantwortung von jedem einzelnen ist gefragt. Wir können unsere Leute nur dazu anhalten, die Auflagen zu befolgen. Denn niemand will nicht mehr arbeiten können. Wir verteilen Desinfektionsmittel, da nicht auf jeder Baustelle Händewaschen immer möglich ist.

Die Zeit, wo die Natur sich in ihrer ganzen Pracht und Fülle zu zeigen beginnt und wir sie bewundern und bestaunen dürfen, beginnt. Trotz allem, was bei uns Menschen gerade läuft, erwacht sie wieder aufs Neue, ein wahres Wunder.

Wenn man es recht betrachtet, ist bei uns jetzt gerade Herbst/Winter, wir ziehen uns zurück, kehren ein, sortieren uns neu. Wann haben wir das letzte Mal so etwas gemacht? Vielleicht einmal einen Brief schreiben oder ein langes Telefonat mit jemandem führen, den wir nun nicht zum Kaffee treffen können. Nein, es ist nicht nur einfach. Eine neue Situation völlig unverhofft. Aber es schafft auch Raum für Begegnungen, nicht physisch, die man sonst vielleicht nie hätte. Ich denke an Menschen, die mich begleitet haben, nun jedoch nicht mehr sind, aber auch an so viele, die mich begleiten und für die ich jetzt gerne da bin.

Der Alltag bei mir hat sich im wahrsten Sinne verlangsamt, fast keine Termine mehr, die ich einhalten will oder muss, dafür zu Hause weniger Ruhe, da die Kinder nun alle zuhause sind und die Schule daheim stattfindet. Ich bin erstaunt über die Selbstverständlichkeit, wie das alles läuft.

Wir müssen einander wieder mit mehr Respekt begegnen. Ich ärgere mich über Menschen, die die Regale leerräumen und wahrscheinlich keinen Gedanken an andere aufbringen. Wie auch all jene, die immer noch nicht begriffen haben, dass die Distanz wahren nicht einfach so eine lustige Idee ist, sondern alle schützen soll. Diese Zeit geht vorbei und auch mir fehlen die persönlichen Kontakte, aber je strikter sich jeder an die Verordnungen hält, desto früher können wir wieder in unseren Frühling starten.

Ich kann nur versuchen, das Positivste und Beste aus der ganzen Situation zu machen. Meine sportlichen Jungs jeden Tag aufs Neue zu motivieren, dran zu bleiben, auch wenn jetzt gerade keine Trainings und Turniere sind. Damit nicht alles Aufgebaute verschwindet. Das Einbeziehen in den Haushalt klappt auch dank meinem Corona-Ämtli-Plan ganz gut. Ich hätte mir nie eine solche Situation gewünscht, aber ich finde sie auch toll. Daraus das Beste zu machen, positiv in die Zukunft zu schauen und die Kinder zu stärken, das sind nun meine Aufgaben und sie machen auch Spass. Sonst hat man seine Kinder nie so viel zu Hause. Einfach auch mal eine super schöne Erfahrung, die ich auch sehr geniesse.

Allen viel Kraft, Energie, Durchhaltevermögen und vor allem viel Gesundheit.

Text: Claudia Lüscher, Lüscher Baumschulen, Arni
Fotos: Urs Lüscher, Lüscher Baumschulen, Arni

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