So schnell ändert sich der Alltag…

Wir sind eine lebhafte Familie mit drei Söhnen im Alter von sieben bis elf Jahren. Unser Alltag war eingespielt. Der Terminplan bestimmt durch Schule und Hobbys unserer Kinder.

Was für uns alle bisher unvorstellbar war, traf plötzlich ein. Das Leben steht still und die Schule fällt aus. Damit alle Hobbys, das Treffen von Freunden, ja eigentlich das ganze Freizeitprogramm kommt zum Stillstand. So änderte sich für unsere Familie der Alltag komplett – von einem Tag auf den anderen.

Es war uns Eltern wichtig, für die Kinder möglichst schnell eine neue, fixe Tagesstruktur zu schaffen. Einfach so in den Tag hineinleben, würde uns alle auf Dauer unzufrieden machen. Im neuen Corona-Alltag gibt es weiterhin fixe Zeiten für Schule, für Ausflüge in die Natur, zum Spielen im Garten, für die digitalen Medien, usw. Ich habe mir vorgenommen, dass meine eigene neue Zeiteinheit «der Tag» ist, einer nach dem anderen.

Nicht immer ist es für mich als Mutter einfach, alles unter einen Hut zu bringen. Nun bin ich zusätzlich Lehrperson und für die Beschäftigung der Kinder zuständig. Die kinderfreie Zeit während der bisherigen Schulzeit entfällt. Was ich «früher» während der Schulzeit der Kinder erledigen konnte, wird nun nebenbei gemacht oder auch einfach einmal liegen gelassen. Die Zeit der Ruhe ist rar. Zudem gibt es Streitereien und Konflikte, wenn man rund um die Uhr auf engem Raum ist. So vermissen die Kinder wohl die elternfreie Zeit in der Schule, bei den Hobbys oder mit Kollegen. Mir fehlen die ruhigen Momente sowie die Kontakte mit Freunden. Es braucht von beiden Seiten mehr gegenseitiges Verständnis und die Fähigkeit, einfach einmal etwas gut sein zu lassen. Langweilig wird es bei uns nicht, da ja immer Kinder zum Spielen da sind. Zudem haben wir Eltern auch mehr Zeit, um uns mit den Kindern zu beschäftigen, da auch unsere externen Verpflichtungen wegfallen. Es ist also auch in der Isolation immer etwas los.

Die Einschränkungen sind einschneidend, aber die geschenkte Zeit ist auch eine tolle Erfahrung, das Alltägliche und das Familienleben stehen im Vordergrund.  So ist es schön, alles einfach alles etwas ruhiger zu nehmen, festzustellen, dass das Leben auch mit viel weniger Konsum und Freizeitmöglichkeiten lebenswert ist, dass man die einfachen Ausflüge in die Natur wieder mehr schätzt und dass die Menschen wieder mehr an ihre Mitmenschen denken. Schön, wie viele liebe Worte und Nachfragen ich bisher erhalten habe.

Was mir in dieser isolierten Zeit fehlt, sind die nahen Kontakte zu lieben Menschen. Eine herzliche Umarmung, gesellige Gespräche und fröhliches Beisammensein. Diese wertvollen Zusammentreffen werde ich nach der Corona-Zeit wieder geniessen und zu schätzen wissen. Unsere Kinder freuen sich auf das Meer, spannende Ausflüge, shoppen,Kino oder einfach wieder darauf, eine Pizza essen zu gehen. Ebenso werden sie die Schule mit ihren Kollegen wieder schätzen. Bis dahin geniesst unsere Familie das Frühlingserwachen und Krafttanken im Jonental.

Wir wünschen allen Menschen eine gute Gesundheit, viele Lichtblicke im eingeschränkten Alltag und liebe Worte in der Einsamkeit.

Simone Affolter, Oberlunkhofen

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