Aus dem Alltag einer kleinen Familie

Ich lebe mit meinem Lebenspartner und meiner kleinen Tochter in einem Naturparadies ganz in der Nähe der Reuss. Ich bin Primarlehrerin und arbeite Teilzeit, mein Partner ist bei der Polizei angestellt und unser kleiner Sonnenschein darf normalerweise einmal in der Woche in die Spielgruppe.

Leider darf unsere Kleine seit zwei Wochen nicht mehr in ihre geliebte Spielgruppe gehen. Es ist toll, dass die Spielgruppenleiterinnen trotzdem mit uns in Kontakt bleiben, WhatsApp sei Dank, und sogar Bastelmaterial mit Anleitung nach Hause geschickt haben. Das Osterbasteln haben wir nun schon erledigt.

Ansonsten behalten wir den normalen Tagesrhythmus wenn immer möglich bei: aufstehen und Schoppen trinken, anziehen, «Zmorge» essen, spielen/vorlesen/austoben, Mittagessen kochen, Mittagsschlaf, spielen/vorlesen/austoben im Garten/basteln/malen/kneten, Znacht essen und dann geht es schon bald wieder ins Bett. Es ist schon komisch, wenn man das Tagesprogramm so gestaltet, dass alles zu Hause stattfinden kann. Ich freue mich jetzt schon auf den Tag, an dem wir den Alltag zu Hause wieder mit Ausflügen (Zoo, Hallenbad, Gspändli treffen etc.) aufpeppen dürfen. 

Meine Anstellung als Lehrerin bringt momentan ganz viele Neuerungen mit sich. Ich arbeite in der Stadt Zürich an zwei verschiedenen 5. Klassen. Der direkte Kontakt und das Unterrichten fehlen mir. Der Fernunterricht wird mit Wochenarbeitsplänen gestaltet. Es gibt einen obligatorischen Teil in den Hauptfächern (Mathe, Deutsch, Englisch und Französisch). Zudem stellen wir eine Vielfalt von lustvollen Aufgaben zur Verfügung, aus denen die Kinder auswählen dürfen. Glücklicherweise erhalten alle Kinder ab der 5. Klasse in der Stadt ein Tablet zur Verfügung gestellt. Dies erleichtert sicherlich das Lernen auf Distanz. Zudem arbeiten wir mit der Plattform www.schabi.ch (Schule am Bildschirm). 

Wenn immer möglich arbeite auch ich im Homeoffice, ab und zu muss ich aber kurz ins Schulhaus fahren, um Material zu holen, welches noch nicht digitalisiert ist. Kontakt zu den Schüler/innen habe ich noch per Telefon oder Mail, sie dürfen sich bei Fragen oder Problemen so an mich wenden.

Damit ich an einem Tag in der Woche in Ruhe arbeiten kann, können wir zum Glück familienintern die Betreuung unserer Tochter gewährleisten. Ansonsten nutze ich den Mittagsschlaf der Kleinen oder die Abendstunden wenn sie schon im Bett ist, um meine Mails zu lesen und zu arbeiten.

Da ich noch ein Pferd besitze, ist dies eine kleine Insel in dieser Zeit, in der man wenn immer möglich zu Hause bleiben sollte. Das Pferd steht bei meinen Eltern auf einem alten Bauernhof, wir versorgen die Tiere selber. Deshalb darf/muss ich noch 1x am Tag dorthin fahren, um mein Pferd zu versorgen. Das beinhaltet die Fütterung sowie das ausreichende Bewegen des Pferdes. Das muss nämlich trotz Coronakrise noch gewährleistet werden und es gelten natürlich auch die Regeln des BAG. 

Ich merke, dass mein Alltag ganz schön entschleunigt wurde und geniesse dies auch. Er bringt aber auch neue Herausforderungen mit sich, welche ich mit möglichst viel Gelassenheit angehe und mich überraschen lasse, was alles noch kommen wird…

Yvonne Job, Rottenschwil

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