Ende Winter, Ende Skifahren – aber noch viel mehr

Am zweitletzten Tag unserer Winterferien Mitte März glaubten wir, uns verhört zu haben: Das Regionalradio meldete, ab dem nächsten Tag werden alle Bergbahnen und Skilifte in der Region geschlossen. Kam dazu, dass unsere Kinder uns mitteilten, sie werden uns per Auto abholen, denn sie möchten nicht, dass wir per Zug heimreisen. Das war dicke Post, Corona-Post.

Wieder in Lunki, gab es Anfangsschwierigkeiten. Mein Mann musste dringend per Postauto in Bremgarten etwas holen, was nun aber gegen die Regeln war. Aber wir als «Risikopersonen» richteten uns ein, kein Einkaufen mehr. Oder doch noch bei Hofläden, per Velo. Dort merkten wir aber vorerst nicht, dass nur jeweils zwei Familien aufs Mal zugelassen wären. Und bei der Post warteten zwar Leute draussen, aber erst der Posthalter brachte uns bei, dass wir nicht einfach in die Post hineinlaufen, sondern uns hinten anstellen sollten. Also haben wir gelernt, was geht und was nicht.

Aus unserer Familie waren die meisten schon bei uns zu Besuch – natürlich mit gebührendem Abstand. Das ist nicht immer einfach, denn am 19. März sind wir Urgrosseltern geworden, dürfen aber den so herzigen Leonard nur von weitem oder per Internet sehen.

Wir sind auch froh, dass praktisch alle Familienmitglieder beschäftigt sind, mit einer Ausnahme: Unser Kochlehrling im 3. Lehrjahr musste wie alle andern in der Gastronomie Mitte März seinen Arbeitsplatz verlassen. Wie es mit seiner Lehrabschlussprüfung weiter geht, ist noch offen. Es ist anzunehmen, dass die Unsicherheit für viele Junge in dieser Lage belastend ist.

Ich finde, der Bundesrat macht seine Arbeit gut und verantwortungsbewusst. Unsere Tochter ist Mitglied einer Exekutivbehörde. Wenige Tage nach der bundesrätlichen Festlegung der Notstandverordnung hat sie mir am Telefon gesagt: «Weisst du, wie das einen belastet, ‚Notstand‘, und die ganze Verantwortung liegt bei der Exekutive?» Ich denke, alle, die Verantwortung tragen, bemühen sich, ihr Bestes zu geben.

Hoffen wir auf ein glimpfliches Abflachen dieses Ausnahmezustandes, den niemand von uns je erlebt hat.

Ursula Mauch, Oberlunkhofen

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