Ein Moment des Innehaltens in der Bewegung

Wir alle ahnten es bereits, nur spruchreif wurde es erst am 13. März um 16.00 Uhr:
Die landesweite Schulschliessung wurde vom Bundesrat bekannt gegeben. 

Was hiess dies nun für mich, meine Schule, mein Team, unsere Schülerinnen und Schüler, die Eltern?
Von einem Moment auf den anderen waren wir alle mit einer völlig neuen Realität konfrontiert. Schule zu Hause, keine Kinder mehr in den Schulzimmern, im Schulhausgang, auf dem Pausenplatz. Das Schulhaus ist verwaist und ist still geworden, eigentlich zu still. Gleichzeitig wird darin gearbeitet, nachgedacht, geplant, wie kaum zuvor.

Unser grösstes Anliegen war es von Beginn weg und ist es immer noch, die Kinder, aber auch die Eltern, zu unterstützen und gleichzeitig auch in irgendeiner Form weiterzubringen. 

Eine zentrale Aussage macht dazu Philippe Wampfler im Rahmen seiner Videocoachings für den Digitalen Unterricht.
https://www.youtube.com/watch?v=hJS30WbppU8&list=PLC9D2mzTyJeXYa6E1y_d0fc_7-V7BJnSq&index=3

«Die Menschen, welche an einer Schule arbeiten, sind die erwachsenen Personen, auf welche sich Kinder und Jugendliche verlassen können. Sie sind immer da, wenn man in die Schule kommt, ob man sie mag oder nicht. Aber auf sie ist Verlass.» 

Und plötzlich war dieser Kontakt unterbrochen.
So war es unser aller Anliegen, diese Verbindung schon schnell, so schnell wie halt möglich, wiederherzustellen. 

Während draussen der Frühling alles zum Blühen brachten, blühten täglich neue Schultools auf und brachten mein Schulleiterinnen-Mailaccount beinahe zum Erliegen. 

Die Auseinandersetzung mit diesen Angeboten machte uns aber bald klar: Es geht nicht um das beste Tool, sondern es geht um den Dialog zwischen den Menschen, welcher gerade jetzt nicht abbrechen darf. Der verlässliche Dialog zwischen den Kindern und den Lehrerinnen, der Dialog unter den Kindern und auch der verlässliche Dialog zwischen der Schule und den Eltern. 

Der Dialog gelingt… Die Kinder schreiben und beantworten Mails, die Eltern schicken Grussbotschaften und Fragen nach. Über das Internet werden Ideen ausgetauscht, virtuelle Pausen werden von den Kindern selbst organisiert und wir als Team freuen uns über die wöchentlichen virtuellen Sitzungen, welche zwar unglaublich ermüdend sind, uns einander aber auch näherbringen. 

Wir rücken in der Distanz näher zusammen, halten den Dialog aufrecht. Dieser wird intensiver, ernsthafter und mit viel Wohlwollen gepflegt.

Die Fermate (Italienischfür «fermare»‚ anhalten) ist in der Musik ein Ruhezeichen. Früher wurde dieses Zeichen auch Corona genannt.
Ein Moment des Innehaltens in der Bewegung ist angesagt. 

Nun hoffe ich, es gelingt uns aus diesem Moment des Innehaltens Energie und auch Kraft zu schöpfen, um im Dialog zu bleiben auch während der Zeit danach.

Ursula Duss, Schulleiterin, Rottenschwil

Ein Gedanke zu “Ein Moment des Innehaltens in der Bewegung”

  1. Liebe Ursula
    Der Dialog gelingt:
    Du beschreibst es vielschichtig. Aufeinanderzugehen! Wahrnehmen im Sinne des Wortes. Danke!
    Nelly

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