Der Raps blüht nun auf Instagram

Der Raps blüht – Störche kreisen über den Feldern nahe der Reuss. Weiter südlich ragen die Voralpen gen Himmel. Ich tuckere mit unserem «Büssli» durchs Kelleramt und schätze dessen Schönheit und Natur. Eigentlich halte ich aber Ausschau nach jungen Menschen. Meine Aufgabe als Jugendarbeiter im Kelleramt hat sich mit der Corona-Krise verändert. Vor Corona hatte ich mitunter zum Ziel, Jugendliche zu Interaktion mit anderen Menschen zu motivieren, um in verschiedenen Settings etwa Sozial- und Selbstkompetenzen fördern zu können. Nun fasse ich die Aufgabe, Jugendliche auf das aktuelle Problem zu sensibilisieren und ihnen nahe zu legen, möglichst keine Menschen zu treffen. 

Ich treffe in diesen Zeiten auch höchst selten auf Jugendliche im öffentlichen Raum. Viele scheinen die Regeln zu akzeptieren. Von zuhause aus gebe ich mir Mühe, ihnen sinnvolle Beschäftigungsmöglichkeiten aufzuzeigen. So stellen mein Mitarbeiter Thomas Meier und ich regelmässig Vorschläge rund ums Kochen und verschiedene Bastelarbeiten online, welche wir Schritt für Schritt dokumentieren und dann auf Instagram teilen. Wir lancierten einen Zeichnungs-Wettbewerb und krönten das Gewinnerbild, indem wir es nun als Sticker drucken liessen. Wir telefonieren mit Jugendlichen, spielen online Montagsmaler und so weiter und so fort. Doch je länger diese Situation andauert, desto mehr zweifle ich an der Wirkung unseres aktuellen Tuns. Normalerweise geben wir uns grosse Mühe, den Jugendlichen spannende Alternativen zur virtuellen Welt zu bieten. Nun ist die virtuelle Welt der Weg, den es zu gehen gilt. Sie ersetzt die reale Welt, den direkten Kontakt und die mündlichen Gespräche nicht. Ich kann nicht beurteilen, welche Wirkung unser virtuelles Handeln erzielt. Instagram ist vielfältig und schnelllebig. Wer hat versucht, die Ostereier ebenso zu färben, wie wir es vorgezeigt haben? Wer hatte Freude dabei und hat vielleicht gar etwas gelernt? Ich weiss es nicht und die 30 Likes, die wir auf Instagram für die Anleitung erhalten haben, helfen mir auch nicht weiter.

Ich vermisse meine Arbeit im Jugendtreff und auf den Pausenhöfen mit dem Jugendmobil. Ich glaube, dass im Kelleramt sehr viele Kinder und Jugendliche von deren Eltern gut betreut und beschäftigt werden. Wir dürfen uns glücklich schätzen, in einer Welt zu leben, in der auch mit Corona Vieles in Ordnung ist. Ich freue mich über die Solidarität der Menschen, die durch die Krise mehr und mehr entfaltet wurde, und hoffe, davon bleibt auch nach der Krise etwas hängen. 

Ich wünsche der gesamten Bevölkerung viel Durchhaltevermögen und Gesundheit! Die Jugendarbeit Kelleramt freut sich, möglichst bald auch wieder «offline» für Ihre Kinder da zu sein!

Benedikt Schumacher, Jugendarbeit Kelleramt

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s