Cherzli 16: Das innere Licht entfachen

Seit Beginn der Corona-Krise Anfang Jahr habe ich gespürt, dass dieses neue Virus eine Botschaft in unsere Gesellschaften und in unsere Lebensweisen bringt. In kurzer Zeit wurden wir gezwungen, unsere nach aussen gerichteten Aktivitäten wie Sport, Restaurantbesuche, Kino, Theater, Familientreffen einfach aufzugeben und uns nach innen zu wenden, zu uns einzukehren. Ganz unerwartet ist eine Einladung oder sogar eine Aufforderung an uns herangetragen worden, still zu werden, den Geist zur Ruhe zu bringen, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Abseits der heftigen Diskussionen zwischen Politikern, Wissenschaftlern, Ärzten und Skeptikern ist es für mich als Yoga- und Meditationstrainerin auch nicht ausschlaggebend zu wissen, woher das Virus kommt und wer es in die Welt gesetzt haben könnte; nein, es ist da und es will mir etwas beibringen. In dieser langen Ruhephase der Absage an viele soziale Aktivitäten, Kurse und Reisen komme ich immer wieder in Kontakt mit mir selbst und habe noch mehr die Gelegenheit, mich tiefer zu erforschen und zu erfahren.

In diesen letzten Monaten konzentriere ich mich täglich auf meine Atemübungen und Meditationen; dabei wachsen mein Bewusstsein und meine Dankbarkeit für das grandiose Körper-Geist-System, das uns zur Verfügung steht, und ich komme immer mehr ins Staunen.

Vorerst erlauben mir intensive Atemübungen, meine Zellen und meine Organe zu reinigen,  mein Nervensystem zu beruhigen und mich von alten körperlichen aber auch psychischen Schmerzen zu befreien. Ich fühle mich dann leicht, energievoll und verjüngt! Die Konzentration auf den Atem steht ja in vielen Religionen im Zentrum, wobei als gemeinsamer Nenner immer wieder die Verbindung genannt wird, die der Atem zwischen Geist und Körper darstellt. Mit dem Atem – darin sind sich viele Mystiker einig – regulieren wir das Zusammenspiel der feinstofflichen mit den grobstofflichen Aspekten unseres Seins. Erst wenn wir solche Atemübungen über eine längere Zeit – über mehrere Wochen hinweg – täglich anwenden, begreifen wir, was damit gemeint ist.

Mit diesem beruhigten Geist ist es dann ein Leichtes, sich der stillen Meditation zu widmen, sich locker hinzusetzen und dem Universum um uns herum, aber auch in uns zu lauschen. Auch hier bringt die regelmässige Übung berührende Erfahrungen; im besten Fall können wir die zarten Verbindungen zwischen Makro- und Mikrokosmos immer besser wahrnehmen und uns als perfektes System erfassen, das in ein grosses Ganzes sorgsam eingebettet ist. In dieser Phase der Meditation können wir diese als Weg zum göttlichen Licht in uns erfahren.


Gerade jetzt, in den Adventstagen, in denen viele Menschen das Bedürfnis haben, ihre Häuser im Aussen wieder mit Licht zu erhellen, kann es genauso wertvoll sein, alles daran zu setzen, das innere Licht zu entfachen.

In diesem Sinn wünsche ich allen lichtvolle und glückliche Festtage!

Mariane Steffen, Oberlunkhofen

2 Gedanken zu „Cherzli 16: Das innere Licht entfachen“

  1. Das „innere Licht“… Danke für diese Anregung! Ich will darauf achten, es immer wieder anzuzünden oder, wenn es schon brennt, zumindest nicht auszulöschen. Das eine wie das andere ist aber gar nicht so leicht! Freundliche Grüsse, Simone Meier

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    1. Liebe Simone Meier, es freut mich, wenn mein Beitrag Sie inspirieren kann! Eigentlich ist es ganz einfach – sich in Ruhe hinsetzen und auf den Atem konzentrieren, der Rest wird uns geschenkt. Es gibt berührende Überraschungen…. Ich wünsche Ihnen lichtvolle Feiertage! Herzlichst, Mariane Steffen

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