2 Gedanken zu „Cherzli 19: «Nicht loszulassen bedeutet manchmal den Tod»“

  1. Vielen Dank, liebe Cidy, für diese Bergsteiger-Metapher, die uns einlädt, über unser Verhalten zum Thema ”Festhalten oder Loslassen” nachzudenken. In meinen jüngeren Jahren habe ich mehrere Hochtouren in den Alpen unternommen. Eine Tour führte über einen ziemlich zerklüfteten Gletscher. Wir kamen an eine überschneite Spalte und entschieden uns, eine Überschreitung zu wagen, weil der Rückweg mit viel Aufwand und Zeitverlust verbunden gewesen wäre. Wir richteten also Sicherungen ein und meine beiden Kollegen kamen gut über die Spalte. Bei mir, als dritter am Seil, brach die Schneebrücke ein und ich hing am Seil in der Spalte und schaute in einen tiefen Abgrund. Mit Hilfe von zwei Seilschlingen und der Prusiktechnik (es gab damals noch keine Jümar-Steigklemmen) konnte ich mich selbst aus der Spalte hocharbeiten, während mich die beiden Kollegen sicherten. Was ich mit diesem Beispiel sagen will: Manchmal ist Festhalten die lebensrettende Massnahme. Doch in welcher Situation ist welche Strategie die Richtige? Nicht immer ist diese Frage so leicht zu beantworten wie in meinem Fall. In der Regel ist die richtige Entscheidung erst am Ergebnis erkennbar – doch diese Erkenntnis hilft mir bei der Entscheidungsfindung wenig. Fazit: Entscheidungen sind ein Wagnis und manchmal hilft es, etwas Neues zu wagen, z.B. loszulassen statt stets festzuhalten oder festzuhalten statt immer gleich loszulassen.

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    1. Wahre Worte, lieber Herr Maurer! Ich glaube auch, dass am Ende ganz vieles ein „Pröbele“ ist. Und erst danach werden wir wissen, ob wir uns richtig entschieden haben oder ob nicht. Loslassen als mögliche Voraussetzung, dass etwas anderes bleiben kann, finde ich da durchaus eine interessante Anregung. Danke dafür, liebe Frau Studer-Seiler! Freundliche Grüsse, Simone Meier

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