Cherzli 18: Von Herzen und ganz persönlich

Der Advent ist in meinen Augen der schönste Teil dieser doch eher trostlosen Jahreszeit. Viele Lichter, die aus den Häusern und aus den Gärten erstrahlen. Es wärmt mir das Gemüt, wenn ich so durch die Strasse gehe oder fahre und den Lichterglanz bewundern kann.

Der Advent ist auch die Zeit, in der wir uns Zeit nehmen sollten, um das Jahr Revue passieren zu lassen. Um in uns zu gehen. Das Jahr hat begonnen im Winter, wenn alles schläft. Im Frühling erwacht alles zum Leben. Der Sommer bringt uns Wärme und die Sonne, sie lässt uns Licht tanken, gefolgt vom Herbst, in dem geerntet wird. Der Advent ist aber auch immer eine eher hektische Zeit, und dies jedes Jahr aufs Neue. Weshalb wir uns das jedes Jahr immer wieder antun? Tja, keine Ahnung.

Advent: der Adventskalender gehört bei uns auch dazu. Unser Jüngster zählt jeweils die Tage, bis er das erste Törchen öffnen darf. Er geniesst es, jeden Tag etwas Kleines dem Kalender zu entlocken. Advent: dazu gehört bei uns auch der Adventskranz, auf dem auch immer die Kerzen erstrahlen. Am Ende des Advents steht dann Weihnachten: das Fest der Feste, für das ein Tannenbaum in der Stube aufgestellt und gemeinsam geschmückt wird. So viele Traditionen, die wir weiterführen, und doch verändert sich alles mit der Zeit.

Zurzeit muss ich jedoch viel an Menschen denken, die ich zwar nicht kenne – aber trotzdem denke ich an sie. Es gibt so viele Menschen, bei denen so vieles anders ist, die eventuell auch einfach einsam sind in dieser Zeit. Das bekümmert mich sehr. Viele sprinten nun in dieser hektischen Zeit umher, viele nehmen sich kaum Zeit für sich selber, geschweige denn für den lieben Menschen nebenan. Wir zerbrechen uns oft auch den Kopf darüber, was wir dieses Jahr wieder unter den Weihnachtsbaum legen sollen. Vielleicht wäre es aber auch schön, nicht etwas zu kaufen, das dann am nächsten Ort nur herumsteht, sondern sich stattdessen Gedanken zu machen, ob die Person, die man beschenken möchte, nicht mehr davon hätte, wenn man Zeit mir ihr verbringt, in welcher Form auch immer. Ich denke, wir möchten alle, dass es unseren Lieben gut geht. Dass sie gesund sind und bleiben. Dass sie zufrieden und guten Mutes sind – und dies ist ein Geschenk, das man in keinem Regal findet. Das ist etwas, was wir von Herzen und ganz persönlich weitergeben können in dieser rasanten, schnelllebigen Zeit.

Liäbi Leser, hebed enand grad jetzt i dere schwierige und doch so schöne Ziit Sorg und bliibed oder werded gsund.

Text: Claudia Lüscher, Arni
Foto: Urs Lüscher, Arni

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